Der archäologische Wissensstand zur Nutzung des Felber-Tauern konnte bis zum Jahre 2008 nur als dürftig bezeichnet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt brachte man den Übergang und die Wegstrecke zwischen den Gemeinden Mittersill in Salzburg und Matrei in Osttirol vor allem mit Nutzungsphasen während des Mittelalters....
... und der frühen Neuzeit in Zusammenhang. Für einen älteren Ausbau dieses wichtigen Überganges fehlten bis dato alle Belege.
Angeregt durch Herrn Prof. Dr. Harald Stadler vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck konnte jedoch im Juli 2008 eine erste Kampagne zur Erforschung dieser Region im Nationalpark Hohe Tauern durchgeführt werden. Das als Kooperation zwischen der Universität Innsbruck und der Landesarchäologie Salzburg geführte Projekt hat als langfristiges Ziel die verschiedenen zeitlichen Nutzungsschwerpunkte des Felber-Tauern sowie die überregionale Bedeutung dieses Passes anhand von archäologischen Funden und Bodendenkmälern herauszustellen.
Im Sommer 2009 konnte bereits eine zweite erfolgreiche Forschungskampagne, dieses mal mit Mitteln der Stadt Mittersill, der Felbertauernstraßen AG und der Universität Innsbruck, bestritten werden. Tatkräftige Unterstützung erhielt das Projekt über den Nationalpark Hohe Tauern durch die Ranger aus Salzburg, die bei der Kampagne vom 17.-28.08.2009 das Archäologenteam bei ihrer Arbeit unterstützten.
Dabei wurden in den untersuchten Bereichen zahlreiche archäologische Befunden, z.B. Resten des Altweges, alte Almstrukturen u.a. Baubefunde dokumentiert sowie Funde gemacht, die bis vor die Römerzeit zurückreichen. Desweiteren wurde im Feuchtgebiet des Nassfeldes eine 1,60 m lange Bodenprobensäule genommen, um im Labor hinsichtlich der enthaltenen Pollen untersucht zu werden. Mit ihrer Hilfe soll festgestellt werden, seit wann der Mensch diesen alpinen Siedlungs- und Wirtschaftsraum nachhaltig beeinflusst hat oder wie sich die natürliche Waldgrenze im Laufe der Zeit veränderte. Im Passbereich selbst sind einige Feuersteinwerkzeuge entdeckt worden, die auf eine steinzeitliche Nutzung des Überganges hinweisen. Daneben wurden am sogenannten „Neuen Tauern“ mittelalterliche und neuzeitliche Hufeisen sowie Hufnägel entdeckt, wodurch belegt ist, dass der Saumhandel nicht, wie bisher angenommen, nur über den sogenannte „Alte Tauern“ verlief.
Die jetzt schon erfolgreichen Untersuchungen am Felber-Tauern werden nächstes Jahr fortgesetzt und nach Abschluss aller Arbeiten auch in der Region präsentiert werden.



