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Schmetterlinge ... eine unbeschreibliche Vielfalt

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Schmetterlinge haben den Menschen seit Urzeiten fasziniert. Schon in Gräbern von ägyptischen Herrschern finden sich Schmetterlingsdarstellungen. Die Hohen Tauern waren bereits im 18. Jahrhundert im Blickpunkt der Schmetterlingsforschung. Viele Geschichten gibt es von Schmetterlingen zu berichten ... eine schier unbeschreibliche Vielfalt. Beim Seminar „Schmetterling ... ganz schön flatterhaft" am 8. Mai im BIOS Nationalparkzentrum  Mallnitz wurden einige Episoden erzählt.

 

Ein Schmetterling ist sehr vereinfacht gesprochen, ein Insekt gegliedert in Kopf, Brust und Hinterleib sowie mit zwei Flügelpaaren. Allein schon die schuppenbedeckten Flügel zeigen eine ausgesprochene Vielfalt. Durch in die Schuppen eingelagerte Pigmente oder durch Lichtbrechung wie bei den Bläulingen ergeben sich artspezifische Färbungen. Die Flügel ermöglichen die Mobilität dieser Tiere, es können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h erreicht werden, weiß Dr. Peter Huemer vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Nicht alle Falter können jedoch fliegen. Einige Schmetterlingsweibchen zeigen als Anpassung ans Hochgebirge, wo hohe Windgeschwindigkeiten keine Ausnahme sind, flügellose Körper. In Extremfällen werden auch Beine und Mundwerkzeuge zurückgebildet, wodurch die Schmetterlinge eher wie Maden aussehen. Ebenso abwechslungsreich ist die Entwicklung der Schmetterlinge ausgehend vom Ei über Raupe und Puppe bis hin zum Falter.

Weltweit gibt es derzeit ca. 180.000 bekannte Schmetterlingsarten. Davon kommen etwa 1.300 Arten im Nationalpark Hohe Tauern vor. Das Gebiet um den Großglockner war bereits 1785 Schauplatz der Schmetterlingsforschung. Sigismund von Hohenwart - Bischof von Linz - konnte schon damals viele Falterarten z.B. das Hochalpenwidderchen (Zygaena exulans) beschreiben.

Dr. Christian Wieser vom Kärntner Landesmuseum hat den Kärntner Anteil des Nationalparks Hohe Tauern jahrelang intensiv nach „Spinnern, Spannern und Schwärmern" durchkämmt. Selbst vegetationsarme Gebiete wie die Gamsgrube gegenüber und der Kleine Burgstall am Fuße des Großglockners sind durchaus artenreich. Im Seebachtal wurden alle Höhenstufen eine Schmetterlingssaison lang - von der Schneeschmelze bis in den Spätherbst - mit Hilfe von Leuchttürmen und Lichtfallen untersucht. Die Arbeit eines Schmetterlingsforschers ist durchaus beschwerlich kann Christian Wieser aus Erfahrung berichten: „Die Leuchttürme sind oft stundenlang im weglosen alpinen Gelände zu tragen. In den schlaflosen Sommergewitternächten können einem die Haare schon zu Berge stehen". Die Suche in den Urwaldbereichen und Lawinengassen des Seebachtales hat sich jedoch mit 571 Schmetterlingsarten gelohnt.

Auch in Kunst und Kultur haben Schmetterlinge seit mehreren Jahrhunderten immense Bedeutung. Schmetterlingsdarstellungen sind z.B. im Jahr 1500 auf Randleisten von Büchern, 1750 auf Augarten Porzellan oder um 1900 auf Accessoires wie Haarkämme abgebildet. Im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia erfolgte die Pflanzung von Maulbeerbäumen für die Seidenproduktion durch Seidenraupen. Doch Schmetterlinge wurden nicht nur in ihrer bezaubernden Schönheit illustriert. Falter symbolisieren auch die Urängste des Menschen, kann die Kunsthistorikerin Dr. Sylvia Mader berichten. So findet man dämonische Gestalten in Motiven wie „Engelsturz" oder „Jüngstes Gericht" oft als Schmetterlinge dargestellt.

Das Seminar wurde der gleichnamigen Sonderausstellung im BIOS Nationalparkzentrum Mallnitz gewidmet. Weitere interessante Episoden zu diesem Thema finden Sie bis 27. September in der Ausstellung „Schmetterling ... ganz schön flatterhaft". Informieren Sie sich auch auf der Homepage www.hohetauern.at/bios.