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Holzapfel und Kapellendach - Erhaltung der Kulturlandschaft im Nationalpark Hohe Tauern

Holzapfel und Kapellendach - Erhaltung der Kulturlandschaft im Nationalpark Hohe Tauern

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Foto (NPHT/Lerch) v.l.n.r: Obst- und Gartenbau Obmann Anton Wieser, Zuko Obmann Hans Zoller, Bgm Dr.Wolfgang Viertler und NP-Gebietsleiter West Hans Lerch beim neuen Holzapfel

Seit einigen Tagen fällt im Obstgarten des Obst- und Gartenbauvereins Mittersill ein begehbarer Holzapfel auf. Und beim Tauernhaus Schößwend im Felbertal leuchten die Lärchenschindel des Daches der Schößwendkapelle von weitem. Was verbindet dieses neue und alte 'Kleinod' Mittersills?

 

Sowohl die Neugestaltung des Obstgartens als auch die Dachsanierung der Schößwendkapelle ist Teil des Engagements des Nationalparks zur Erhaltung der Kulturlandschaft. "Selbstverständlich liegen unsere Hauptaufgaben wie bei jedem international anerkannten Nationalpark im Naturraummanagement, in der Wissenschaft und in der Bildung und Besucherinformation", so NP-Dir Wolfgang Urban, "seit der Einrichtung des Nationalparks herrschte aber in der Nationalparkverwaltung immer die Überzeugung, dass auch der Erhaltung der Kulturlandschaft eine große Bedeutung zukommen muss".

 

Das Engagement der Nationalparkverwaltung im Geschäftsfeld 'Erhaltung der Kulturlandschaft' reicht von Bewirtschaftungsprämien für die Almbauern in der Außenzone bis zur Unterstützung der heimischen Haustierrassen - wie das Pinzgauer Rind. Zur Kulturlandschaft im weiteren Sinn gehören aber auch die Obstgärten mit ihren heimischen Obstsorten und auch traditionelle Zaunformen – wie der Pinzgauer Girschtenzaun – sowie Schindeldächer.

 

Mit Errichtung des Holzapfels im Obstgarten in Mittersill will die Nationalparkverwaltung dem Obst- und Gartenbauverein unter der engagierten Obmannschaft von Anton Wieser bei der unermüdlichen ehrenamtlichen Arbeit zur Erhaltung der heimischen Obstsorten unter die Arme greifen. Die Idee und die Planung dazu lieferte die Polytechnische Schule Mittersill mit Dir. Hans Nussbaumer im Rahmen der Nationalpark Partnerschaft. Der Holzapfel ist begehbar und im Inneren des Apfels erfahren interessierte BesucherInnen vieles über die rund 75 verschiedenen heimischen Apfel- und Obstsorten. "Das ist ein Kulturgut mit unschätzbarem Wert für eine Region", ist auch Bürgermeister Dr.Wolfgang Viertler überzeugt, der seitens der Gemeinde Grund und Boden für den Obst- und Gartenbauverein zur Verfügung stellt.

 

Sowohl beim Mittersiller Obstgarten wie auch bei der Erhaltung der Kulturlandschaft im Felbertal war stets das Nationalpark Zukunftskollegium Mittersill heute unter Obm. Hans Zoller die treibende Kraft. Sein Vorgänger Ing. Hans Enzinger legt mit über 90 Jahren noch heute Hand an, wenn es heißt, jungen Menschen die traditionellen Elemente unserer Kulturlandschaft zu erklären. Im Obstgarten Mittersill lernten SchülerInnen der PTS Mittersill zB die Errichtung eines Pinzgauer Girschtenzaunes. Das ZUKO Mittersill saniert mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung jedes Jahr die Zäune und Steinhage im Felbertal und ist somit Garant für die Einzigartigkeit dieser von so vielen BesucherInnen geschätzten Kulturlandschaft.

  

Bgm Viertler und NP-Dir Urban sind überzeugt, dass gerade im Bereich der Kulturlandschaftserhaltung den einst bei der Gründung des Nationalparks extrem wichtigen Zukunftskollegien in den Nationalparkgemeinden wieder mehr Bedeutung beigemessen werden müsse. Vieles an Initiativen im Oberpinzgau wäre ohne ein örtliches ehrenamtliches Engagement nicht geschehen, so beispielsweise das Keltendorf des Zukos in Uttendorf, das Schaubergwerk Hochfeld des Zukos Neukirchen, der Kräutergarten und Bienenlehrpfad des Kräutergartenvereins in Hollersbach oder auch die Mineraliensammlung des Museumsvereins in Bramberg.