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Bartgeierjunges 'Kruml' fliegt!

Bartgeierjunges 'Kruml' fliegt!

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(c) NPHT

Der seit 100 Jahren heuer erstmals in den Hohen Tauern im Krumltal wild geschlüpfte Bartgeier mit dem Namen 'Kruml' hat heute, 17.Juli um etwa 8 Uhr, etwa 115 Tage nach dem Schlüpfen seine ersten Flugversuche erfolgreich absolviert, berichten NP-Dir Wolfgang Urban und NP-Berufsjäger Josef Hörl 

 

Ende März gab Landesrätin Doraja Eberle eine kleine Sensation im Nationalpark Hohe Tauern bekannt. Im selben Rauriser Krumltal, wo 1986 das internationale Projekt zur Wiederansiedlung des im Alpenraum vollkommen ausgerotteten Bartgeiers gestartet wurde, war erstmalig nach über 100 Jahren wieder ein Bartgeierjunges in freier Wildbahn geschlüpft. Nun nach etwa 115 Tagen im Horst in einer Felswand ist der junge Geier zum 'Teenager' geworden und machte heute seine ersten Flugversuche. Es wird noch den ganzen Sommer dauern, bis die Radien der Flugversuche im größer werden und dann auch das Krumltal auf Nahrungssuche verlassen wird.

 

"Selbstverständlich muss man bei einem derart ambitionierten Artenschutzprojekt wie der Wiederansiedlung des mit 3 m Flügelspannweite größten Greifvogels der Alpen auch Geduld haben und ein professionelles Projektmanagement über Jahre oder sogar Jahrzehnte durchziehen, um feststellen zu dürfen, das Projekt ist erfolgreich", erklärt Eberle. "Und mit dem ersten 'Bartgeierbaby' in unserem Nationalpark ist auch die Wiederansiedlung noch lange nicht abgeschlossen. Es ist ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und motiviert natürlich alle zum Weitermachen".

 

Ohne Nationalparks als großflächige Schutzgebiete und damit "Trittsteine" und Rückzugsgebiete für gefährdete Arten in einem grenzüberschreitenden ökologischen Verbund und ohne Nationalparks mit eigenem Management und damit Wissen und Erfahrung in Naturraummanagement, Wissenschaft und Umweltbildung – wäre dieses europaweit größte und erfolgreichste Artenschutzprojekt erst gar nicht möglich, hebt Eberle die Bedeutung der weltweiten Nationalparkidee hervor. Das Bartgeierprojekt ist aber nicht nur das Aushängeschild eines internationalen Artenschutzes, es ist auch Symbol dafür, was ein Nationalpark an Bewusstseinsbildung zu leisten im Stande ist. Dass es zum Zeitpunkt der ersten Bartgeierfreilassung im Jahr 1986 im gesamten Alpenraum keinen einzigen wildlebenden Bartgeier mehr gegeben hat, hatte ja auch damit zu tun, dass diesem Tier viel Unheilvolles regelrecht angedichtet wurde. Des Lämmer- ja sogar Kindesmordes wurde dieser Greifvogel beschuldigt, der sich jedoch als Aasfresser zu 80% von Knochen und Sehnen ernährt. "Kein Mensch der Nationalparkregion fürchtet diesen Vogel mehr, sondern freut sich, wenn er in majestetischen Flügen über unseren Gipfeln kreist", freut sich Eberle über den Erfolg der Nationalparkidee.

 

Die Nationalparkverwaltung trägt der diesjährigen Sensation im Krumltal mit attraktiven Angeboten Rechnung, berichtet NP-Dir Wolfgang Urban:

 

  • Das erst 2008 neu errichtete Nationalparkhaus 'Könige der Lüfte' ist seit 1. Mai bis 31. Oktober wieder täglich von 10:00 bis 18:00 geöffnet. Hier bekommen die BeuscherInnen schon einen ersten spannenden Einblick in die Welt der großen Greifvögel der Alpen Bartgeier, Gänsegeier und Steinadler und Lust auch in der Natur diese Welt zu erkunden.

 

  • Ab dem neu errichteten besucherparkplatz Lechnerhäusl am Eingang des Krumltales hat die Nationalparkverwaltung auch einen Lehrweg zu den Greifvögeln im Krumltal errichtet, der den Anmarsch spannend und abwechslungsreich gestaltet.

 

  • Jeden Dienstag startet um 8:45 beim Parkplatz Lechnerhäusl eine Exkursion mit einem Nationalparkranger oder einem Nationalpark Berufsjäger ins Krumltal zur Bartgeierbeobachtung. Der Jungvogel, seine Eltern, aber auch Gänsegeier und Steinadler können in freier Wildbahn beobachtet werden. Anmeldung in der Nationalparkverwaltung oder beim Tourismusverband Rauris unbedingt erforderlich, da die Nachfrage sehr groß ist.