Nicht schlecht staunten die Bartgeierbetreuer im Nationalpark Hohe Tauern kürzlich, als der Satellitensender von Junggeier Maseta plötzlich Positionen von der oberen Adria und schließlich aus der Toskana an die Bodenstation übermittelte. Maseta, geboren im Tiergarten Schönbrunn war Anfang Juni gemeinsam mit Eustachius im Mallnitzer Seebachtal freigelassen worden. Im Zuge der Freilassung wurden beide Geier mit einem Sender versehen, der fortan laufend die aktuellen Positionen übermitteln sollte.
Nach den ersten beiden Monaten am Freilassungsplatz begannen die beiden jungen Damen den gesamten Nationalpark zu erkunden, wobei sie gehäuft in den Gemeinden Fusch und Rauris aufhielten. Bis Mitte Oktober: Maseta bewegt sich plötzlich Richtung Süden, innerhalb weniger Tage fliegt sie über die karnische Region, Friaul und Slowenien bis nach Triest. Am 18. Oktober gegen 10 Uhr erreicht sie bei Triest die Adria, nur 2 Stunden später sendet sie eine weitere Position: auf der Höhe von Venedig, mitten auf der Adria, und 77 km weiter! Danach Funkstille und banges Warten. Erst 6 Tage später kommen weitere Daten: Maseta ist wohlauf und an dem besagten 18. Oktober noch bis in die Toskana geflogen, knappe 300 km Luftlinie in weniger als 6 Stunden!
Seit damals hält sie sich im Bereich der Alpi Apuane auf, ein Gebirge im Grenzbereich Toskana-Ligurien und bekannt als Abbaugebiet des Carrara Marmors. Auch historisch gesehen stellt dies die erste gesicherte Beobachtung eines Bartgeiers im italienischen Appenin dar, dementsprechend groß ist die Aufregung bei italienischen Naturfreunden. Bleibt zu hoffen, dass Maseta ihr Ausflug gut bekommt und sie weiterhin spannende Daten liefert.




