Das Steinwild wurde in den Hohen Tauern im 18 Jahrhundert. Aufgrund zunehmender stärkerer Verfolgung durch den Menschen zur Gänze ausgerottet. Die Wiedereinbürgerung des Steinwildes in der Gemeinde Heiligenblut begann im Jahre 1960. Am Samstag wurde die Erfolgsgeschichte der 50-jährigen Steinwild-Wiedereinbürgerung im Dorfsaal in Heiligenblut im Rahmen einer großen Jubiläumsveranstaltung gebührend gefeiert.
Hans Pichler, Obmann der Steinwildhegegemeinschaft, gab in seinem Kurzreferat einen Rückblick über die Wiederansiedelung des Steinwildes. Prof. DDr. h.c. Eberhard Stüber, Präsident des Österreichischen Naturschutzbundes, wies in seinem interessanten Vortrag auf die Wiedereinbürgerung des Steinwildes, ein Verdienst der Jägerschaft und ein Markstein des Nationalparks Hohe Tauern hin. „Wir freuen uns, dass es uns durch das Engagement aller gelungen ist, den Erhalt dieser edlen Tierart zu sichern. Vor allem möchte ich mich bei der Steinwildhegegemeinschaft bedanken, welche durch ihr Steinwildmanagement nicht zur zum Erhalt, sondern auch zur Erforschung dieser Tiere beitragen“, so Naturschutzreferent LHStv. Uwe Scheuch, welcher dem Obmann der Steinwildhegegemeinschaft Großglockner, Hans Pichler, das Ehrenzeichen des Landes Kärnten verlieh.
Landesjägermeisterstellvertreter Dr. Walter Brunner würdigte im Rahmen der Grußworte die hervorragenden Leistungen um das Steinwild und verlieh Herrn Obm. Hans Pichler das Goldene Ehrenzeichen der Kärntner Jägerschaft.
Die Hauptinitiatoren der Wiedereinbürgerung vor 50 Jahren waren der damalige Visionär und Jagdpächter aus Heiligenblut KR Hans Pichler und der damalige Landesjägermeister Dr. Werner Knaus.
Im Zuge der Vorerhebungen, ob dieses Gebiet für eine Wiederansiedelung geeignet sei, wurde auch der Schweizer Steinwildexperte, Jagdinspektor Dr. Zimmerli aus Graubünden zur Hilfe heran gezogen. Im Juni 1960 war es soweit. Es wurden drei Böcke, sowie eine Geis, welche aus Pontresina stammten, im Bereich des Jungfernsprunges freigelassen. Weitere Freilassungen folgten in den darauffolgenden Jahren. Nach anfänglicher langsamer Entwicklung hat sich der Wildbestand bis 1975 auf etwa 120 Tiere vergrößert. Leider reduzierte eine Räudewelle Mitte der 70er Jahre den Bestand auf 26 Tiere.
Im Jahre 1974 wurde die Steinwildhegegemeinschaft Großglockner mit dem Obmann KR Hans Pichler gegründet, mit dem Ziel das Steinwild gesund und dauerhaft zu erhalten.
Die Steinwildhegegemeinschaft wird derzeit vom Obmann Hans Pichler geleitet und umfasst ein Gebiet von ca. 37.000 ha. Aufgrund ständiger Zählungen und Beobachtungen beträgt der Steinwildbestand derzeit ca. 200 Stück und teilt sich hauptsächlich auf die Gebiete um den Großglockner, das Fleisstal, sowie dem Wangenitzental auf.
Das notwendige Steinwildmanagement wird von der Steinwildhegegemeinschaft Großglockner durchgeführt. Die Betreuung bzw. Aufsicht erfolgt von den beiden Steinwildhütern Hansl Kronabetter und Hubert Granitzer. Als Unterstützung für die Steinwildhegegemeinschaft steht der Nationalpark Hohe Tauern mit seinen Mitarbeitern, dessen Ziel ebenfalls der Schutz und Erhalt dieser edlen Tierart ist, immer hilfreich zur Seite. So wurde unter anderem sehr erfolgreich ein Forschungsprojekt zum Thema „Raumverhalten des Alpensteinbocks“ umgesetzt. Dazu wurden Steinböcke besendert.
Die musikalische Umrahmung der Steinwild-Jubiläumsfeier erfolgte durch die Jagdhornbläser aus Heiligenblut sowie der Hoagast Musik. An kulinarischen Köstlichkeiten wurde Steinwildgulasch angeboten.




