Warum Nationalpark?

  • Unberührtes Bewahren: Das Schutzgebiet ist in seiner Schönheit und Ursprünglichkeit zu erhalten und der Schutz der für das Gebiet charakteristischen Tiere und Pflanzen einschließlich deren Lebensräume oberstes Ziel
  • Geschaffenes pflegen: Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft in der Außenzone
  • Unbekanntes erforschen: Geheimnisse des Lebens erforschen und veröffentlichen
  • Großartiges erleben: einem möglichst großen Kreis von Menschen ein eindrucksvolles Naturerlebnis ermöglichen

 

Was machen wir?

  • Wir schützen und erforschen die Natur, informieren und bieten Erholung
  • Wir erhalten seltene, teilweise vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten einschließlich deren Lebensräume
  • Wir investieren heute in kostbare Natur für morgen
  • Wir schützen die Hohen Tauern und beleben die Region
  • Wir machen Natur zum Erlebnis und bieten Erholung auf höchstem Niveau
  • Wir forschen für wissenschaftlich fundierten Schutz der Natur
  • Wir garantieren modernen, partnerschaftlichen Naturschutz

 

Was ist die IUCN?

Die IUCN ist eine, 1948 gegründete, Internationale Union zum Schutz der Natur und der natürlichen Ressourcen (IUCN), die sich aus Staaten, staatlichen Stellen und einer Reihe unterschiedlicher Nichtregierungsorganisationen (NGO) zusammensetzt. Diese weltumspannende Partnerschaft umfasst nicht weniger als 800 Mitglieder in 125 Staaten der Erde. Sie versucht, die Gesellschaft dahingehend zu motivieren, dass erkannt wird, dass unsere Natur ein kostbares Juwel ist, mit dem nicht achtlos verfahren werden darf, dass Ressourcen ökologisch genutzt werden und die Vielfalt und Unversehrtheit der Natur unsere besondere Aufmerksamkeit verlangen.

Was bringt die Internationale Anerkennung?

  • Produktwahrheit; offizielle weltweite Anerkennung als Nationalpark, Aufnahme zur weltweit berühmtesten Schutzgebietsfamilie
  • Sicherung und Erhöhung der öffentlichen Mittelzuwendungen für den Nationalpark durch Bund und Land
  • leichtere Lukrierung von sonstigen nationalen und internationalen Förderungsmittel
  • durch internationale Anerkennung des Schutzgebietes Wettbewerbsvorteile bei Produktvermarktung und Tourismus in der NP-Region

 

Geschichtliche Entwicklung

Formal wurde die Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern mit der Unterzeichnung der Dreiländer-Vereinbarung durch die drei Landeshauptleute von Kärnten, Salzburg und Tirol in Heiligenblut (21. Oktober 1971) beschlossen.

Die einzelnen Umsetzungsschritte dauerten in den drei Ländern unterschiedlich lang und zogen sich zum Teil über mehrere Etappen hin:

1981 begann Kärnten mit der Ausweisung von Gebieten in der Schober- und der Glocknergruppe

1984 folgte Salzburg mit dem Pinzgau von Krimml bis Rauris, weiters 1986 in Kärnten Mallnitz - Hochalmspitze

1991 Erweiterung in Salzburg von Bad Gastein bis Muhr

1992 folgte der Osttiroler Teil

2001 Erweiterung in Kärnten im Bereich der Zirknitztäler

2005 Erweiterung in Kärnten im Bereich des Kaponigtales

2011 Erweiterung in Kärnten im Bereich der Fleißtäler

 

Größe des Nationalparks

Die Gesamtfläche des Nationalparks Hohe Tauern beträgt aktuell 1.856 km².

Diese verteilen sich wie folgt:
Kärnten: 440 km² (Kernzone: 291; Aussenzone: 113; Sonderschutzgebiete: 36)
Salzburg: 805 km² (Kernzone: 507; Aussenzone: 266; Sonderschutzgebiete: 32)
Tirol: 611 km² (Kernzone 347; Aussenzone 264)

Sonderschutzgebiete gibt es in Kärnten zwei: Großglockner-Pasterze, Gamsgrube und in Salzburg drei: Inneres Untersulzbachtal, Piffkar, Wandl

Die Ost-West-Erstreckung beträgt 100 und die Nord-Süd-Erstreckung 40 km. Der höchste Gipfel ist der Grossglockner mit 3.798 Metern und der niedrigste Punkt im Schutzgebiet liegt auf 1.010 Metern.

Der nördlichste Punkt befindet sich auf 47 Grad 15 Min 21 Sek nördlicher Breite und 12 Grad 23 Min 43 Sek östlicher Länge im Bichlinger Schlag südlich von Mühlbach im Pinzgau und Hollersbach im Bundesland Salzburg (BMN M31: 379043.58 / 235598.05).

Der östlichste Punkt befindet sich auf 47 Grad 04 Min 13 Sek nördlicher Breite und 13 Grad 24 Min 28 Sek östlicher Länge am Gipfel des Kleiner Hafner in Muhr im Bundesland Salzburg (BMN M31: 455614.11 / 214456.92).

Der südlichste Punkt befindet sich auf 46 Grad 52 Min 49 Sek nördlicher Breite und 12 Grad 50 Min 53 Sek östlicher Länge nordöstlich der Winkler Alm in Winklern im Bundesland Kärnten (BMN M31: 413150.05 / 193494.96).

Der westlichste Punkt befindet sich auf 47 Grad 11 Min 48 Sek nördlicher Breite und 12 Grad 04 Min 57 Sek östlicher Länge im Sonntagskar im Wildgerlostal in Krimml im Bundesland Salzburg (BMN M31: 355213.17 / 228860.91).

 

Nationalparkregion, Nationalparkgemeinden und Bevölkerung

Wenn vom Nationalpark gesprochen wird, wird damit ausschließlich das vom Gesetz verordnete Schutzgebiet mit einer Fläche von 1.836 km² gemeint.
Der Regionsbegriff ist ungleich schwerer zu definieren und unterscheidet sich damit auch in den drei NP-Ländern:

In Kärnten sind die Nationalparkgemeinden ident mit den Nationalparkregionsgemeinden: Grosskirchheim-Döllach (Verwaltungssitz), Heiligenblut, Mallnitz, Malta, Mörtschach, Obervellach und Winklern

In Salzburg wird unterschieden zwischen den Nationalparkgemeinden: Bad Gastein, Bramberg, Fusch an der Glocknerstrasse, Hollersbach, Hüttschlag, Mittersill, Kaprun, Krimml, Muhr, Neukirchen am Großvenediger (Verwaltungssitz), Rauris, Uttendorf und Wald und den Nationalparkregionsgemeinden: Nationalparkgemeinden plus Bruck an der Glocknerstrasse, Großarl, Lend, Niedernsill, Piesendorf, Stuhlfelden und Taxenbach. Die Tourismusverbände der Regionsgemeinden sind Mitglieder in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. Die Leader Region als EU-Förderprogramm erstreckt sich über die Nationalparkregion.

In Tirol sind die Nationalparkgemeinden wieder deckungsgleich mit den Nationalparkregionsgemeinden: Dölsach, Hopfgarten in Defereggen, Iselsberg-Stronach, Kals, Matrei in Osttirol (Verwaltungssitz), Nussdorf-Debant, Prägraten, St. Jakob in Defereggen, St. Veit in Defereggen und Virgen.

Bevölkerungsentwicklung in den Nationalpark(regions)gemeinden:

Nationalparkgemeinden:
2001: 61.113
1991: 58.937
1981: 56.288
1971: 53.266

Nationalparkregionsgemeinden:
2001: 78.592
1991: 74.593
1981: 71.292
1971: 67.280

 

Berge, Seen und Gletscher

Im Nationalpark Hohe Tauern gibt es 266 Berggipfel über 3.000 Meter (Amtliche Karte 1:50.000), davon entfallen
- 41 auf Kärntner Gebiet,
- 54 sind auf Salzburger Gebiet,
- 86 liegen rein auf Osttiroler Gebiet,
- 18 sind Grenzberge zwischen Kärnten und Tirol,
- 31 sind Grenzberge zwischen Kärnten und Salzburg,
- 14 sind Grenzberge zwischen Salzburg und Tirol,
- das Eiskögele mit 3.426 Metern ist der Dreiländerberg zwischen den drei Nationalparkländern,
- die Dreiherrnspitze mit 3.499 Metern ist der Dreiländerberg zwischen Salzburg, Tirol und Südtirol
- und 20 Berggipfel über 3.000 Meter liegen an der Grenze Osttirol zu Südtirol.

Im Nationalpark Hohe Tauern gibt es 551 Seen mit einer Größe zwischen 27,03 ha und 35 m² Meter (Amtliche Karte 1:50.000 und Orthophotos Befliegung 2003). Davon sind 131 mit einem (amtlichen) Namen versehen.

Auf Kärnten entfallen 138 (123 Kernzone, 15 Aussenzone)
auf Salzburg entfallen 200 (140 KZ, 60 AZ) und
auf Tirol entfallen 213 (122 KZ, 91 AZ).

Die Top Five sind:
Kratzenbergsee, Salzburg, Hollersbachtal, 27,03 ha
Eissee, Salzburg, Krimmler Achental, 25,06 ha
Unterer Schwarzsee, Salzburg, Muhr, 20,47 ha
Wangenitzsee, Kärnten, Wangenitztal, 19,15 ha
Unterer Gerlossee, Salzburg, Wildgerlostal, 13,60 ha

Neun Seen sind größer als 10 ha;
weitere 80 haben eine Größe zwischen 1 und 10 ha,
weitere 346 haben eine Größe zwischen 1.000 m² und 10.000 m² und
weitere 116 sind kleiner als 1.000 m².

Eine genaue Anzahl von Gletschern zu nennen, ist schon weitaus schwieriger. Die Zahl von ca. 250 scheint durchwegs plausibel. Der längste ist auf jeden Fall die Pasterze in der Grossglocknergruppe mit einer Länge von 5 km vom Gletschertor bis zum Hufeisenbruch bzw. mit 7 km vom Gletschertor bis auf den Johannisberg (Stand: 2003).