Eine kleine Sensation ist den Forschern im Rahmen des Nationalparkprojekts ‚Erforschung des Raumverhaltens des Steinbocks’ geglückt. Nach sechs Jahren Forschungsarbeit gelang es erstmals, eine Steingeiß zu besendern. „Mit dieser Besenderung kann das Projekt nun in eine neue Phase gehen. Über das Raumverhalten des Steinbocks wissen wir nach sechs Jahren schon einiges. Höchst interessant wird es nun, wenn wir erstmals auch Daten über die Geißen erhalten werden“, so Direktoriumsvorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern, Peter Rupitsch.
Nationalparkranger Markus Lackner, entdeckte die Tiere am frühen morgen in der Steinwildfalle und alarmierte umgehend Steinwildhüter Hans Kronabetter aus Heiligenblut und Projektleiter des Nationalparks Hohe Tauern, Nikolaus Eisank. Mit Sender und Stricken bewaffnet machten sich die Experten auf den Weg um die Tiere zu besendern. Die Unruhe der Steingeißen wuchs, und das Fangen der Geißen trotz Falle, war äußerst schwierig, denn sie nutzten die 2m² Fallenfläche und wichen den Zugriffen geschickt aus. Schließlich gelang es doch die jüngere der beiden Geißen mit einer Ohrmarke zu versehen und die ältere Steingeiß (5jährig) mit einem Sender mit grünem Halsband auszustatten.
Steinwildtelemetrie allgemein
Das Steinwildtelemetrie-Projekt untersucht den Zusammenhang der Teilpopulationen in Kärnten, Salzburg und Osttirol ebenso wie das Wanderverhalten und die saisonale Raumnutzung. Weiters gibt das Projekt Einblick in die Siedlungsgebiets-Präferenzen des Alpensteinbocks und in dessen Aktivitätsrhythmen. Die dabei angewendeten Untersuchungsmethoden umfassen mit der Datenerfassung mittels GPS-Empfänger modernste technische Möglichkeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen schließlich der Entwicklung gezielter Maßnahmen für den effizienten Schutz und ein umfassendes Management der Steinböcke im Nationalpark und im wildökologisch zusammenhängenden Nationalparkumfeld.





