GEO Tag der Artenvielfalt: Besucher waren begeisterte Forscher
Robert Lindner, vom Haus der Natur, zeigte sich vom Artenreichtum des Tales schon im Frühjahr besonders begeistert: „Ende Mai ist für einen Hochgebirgsnationalpark sehr früh um auf Artensuche zu gehen. Wir sind daher überrascht, dass die ersten Schätzungen trotzdem darauf hindeuten, dass insgesamt über 1.200 Arten nachgewiesen wurden. Wenn in einigen Wochen endgültig alle Funde bestimmt sind, werden es unter Umständen sogar noch mehr sein.“ Als Vogelexperte freut sich Robert Linder besonders über den Nachweis, des in Mitteleuropas besonders seltenen Rotsternigen Blaukehlchens. „Die Art steht Europaweit unter besonderem Schutz. Sie sind sehr heimliche Vögel und daher nur schwer nachzuweisen. Dass hier im Seidlwinkltal zwei Männchen in einem geeigneten Habitat beobachtet wurden, kann man als deutlichen Hinweis auf ein lokales Brutvorkommen werten!“
Peter Pilsl, Salzburger Botanische Arbeitsgemeinschaft, freut sich mit seinen Botanikkollegen besonders über zwei Funde. „An die 600 Pflanzenarten waren im Seidlwinkltal bereits bekannt. Trotzdem konnten wir heute zwei für den Nationalpark Hohe Tauern vollkommen neue Arten finden! Den Schweizer Moosfarn und den Sumpf-Löwenzahn. Der Moosfarn ist eine von insgesamt lediglich zwei im deutschsprachigen Raum heimischen Moosfarnarten.“
Auch die Pilzexperten meldeten Funde der roten Liste der gefährdeter Arten. Der Scharlachtrote Kelchbecherling und das äußerst selten vorkommende Glattstielige Stockschwämmchen. Notiz am Rande: Sogar ein dänisches Designerlabel hat für das Stockschwämmchen ein limited Design for unlimited Life entworfen. Der Verkaufserlös geht an Umweltorganisationen, welche sich der Erhaltung des Pilzes verschrieben hat.
Der mittlerweile 4. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern ist erfolgreich zu Ende gegangen. Erstmals mit Besucherbeteiligung. Die Teilnehmer waren von der Vielfalt in Österreichs ältesten und größten Nationalparks (über 1.800m km²) begeistert. Auch fanden viele durch die Begleitung von Wissenschaftern einen neuen Zugang zur Natur und Wissenschaft. Alle im Rahmen dieser großen österreichweit koordinierten Feldforschungsaktion hier im Seidlwinkltal dokumentierten Funde werden nach Ende der Nachbestimmungen in das Biodiversitätsarchiv des Nationalparks Hohe Tauern einfließen. Diese Grundlagenerhebung ist ein wertvolles Dokument für gegenwärtige und zukünftige Generationen.





