Gletscher und Wasser

Die Gletscher und ihre landschaftsformende Kraft

342 Gletscher prägen das Landschaftsbild des Nationalparks Hohe Tauern. 10 % (173 km²) des Parks sind vom Gletschereis bedeckt (Stand 2015).
Gletscher sind ein imposantes und charakteristisches Element der Hochgebirge. Je nach ihrer Lage im Gebirge prägen sie als Kar, Hang-, Hänge- oder Talgletscher das Landschaftsbild der Hohen Tauern in entscheidender Weise.  

Sie entstehen dort, wo die sommerlichen Temperaturen nicht ausreichen, um den im Winter gefallenen Schnee wieder abzuschmelzen. So lagern sich Jahr für Jahr Schneeschichten übereinander, welche sich nach der Umwandlung in Firn durch zunehmenden Druck zu Eis verfestigen. Somit ist Gletschereis kein starrer Körper und fließt als zähe Masse der Schwerkraft folgend zu Tal. Durch das Überfließen von Geländekuppen entstehen Zerrkräfte, welche sich durch das Aufreißen von Spalten entladen.
Nach dem Feuer (geologische Entstehung der Alpen) wurde das Eis zur gestaltenden Kraft in den Hohen Tauern, denn während der Eiszeiten hatten die Alpengletscher eine weitaus größere Ausdehnung als heute. Sie schliffen die einst V-förmigen Täler zu den heute vorherrschenden, breiteren U-förmigen Trogtälern.

Obwohl sich die Gletscher der Alpen seit Jahrzehnten im Rückzug befinden, beherbergen die Hohen Tauern noch heute eindrucksvolle Schätze des Eisgebirges:
Wie zum Beispiel den Pasterzengletscher, mit 9 km Länge und fast 19 km2 Fläche, der größte Einzelgletscher Österreichs. Oder das Massiv des Großvenedigers, welches mit dem Eis der zusammenhängende Gletscherfläche der Ostalpen gepanzert ist. Dort wo sich die Gletscher zurückgezogen haben, entsteht eine sich rasch verändernde Landschaft: Zuerst prägen noch vom Gletschereis aufgetürmte Schuttmoränen das Landschaftsbild, aber schon bald beginnen die Pioniere der Pflanzenwelt mit der Wiederbesiedelung.

Nationalpark Hohe Tauern – Wasserschloss der Alpen


Gletscher, Schnee, Seen, Fließgewässer, Feuchtgebiete – die Welt des Wassers hat viele Gesichter im Nationalpark und zu Recht wird der Park als Wasserschloss der Alpen bezeichnet:

279 Bäche, davon 57 Gletscherbäche
26 bedeutende Wasserfälle (unzählige kleinere Wasserfälle)
551 Bergseen zwischen 35 m² und 27 ha

Nach dem weitgehenden Rückzug des Eises sind in den Karen der Hohen Tauern an die 500 Bergseen entstanden. Juwelen gleich, schmücken diese unberührten Gewässer die Hochgebirgslandschaft und nähren, wie die Gletschertore, den Ursprung hunderter Gebirgsbäche. Diese stürzen, vor allem zur Zeit der Schnee- und Eisschmelze mit Urgewalt zu Tal, wobei sich an Steilstufen oft grandiose Wasserfälle bilden: so sind die Krimmler Wasserfälle mit einer Gesamtfallhöhe von 380 m die höchsten Europas und mit dem Europadiplom ausgezeichnet!

Auch die Umbalfälle in Osttirol und der Wasserwunderweg Jungfernsprung sind leicht zu erreichen und einen Ausflug zum Kraft tanken und staunen lohnt sich.

Buchtipp: Gewässer im Nationalpark Hohe Tauern

Über 1.000 km ist das Netz an Gebirgs- und Gletscherbächen im Nationalpark Hohe Tauern lang. Es sind alle für das Hochgebirge typischen Bachsysteme vertreten. Von:Prof. Dr. Leopold Füreder; 248 Seiten; Neuauflage 2007

Erhältlich im Nationalpark Shop


Submit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter