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LHStv Gschwentner: „20 Jahre gelebter Naturschutz“

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LHStv. Hannes Gschwentner (li.) und Nationalparkdirektor Hermann Stotter schicken die Wanderausstellung auf die Reise

Das größte Schutzgebiet Mitteleuropas feiert seinen runden Geburtstag: „Wahrscheinlich waren sich die Politiker in den 1980er Jahren gar nicht bewusst, welch gesellschaftspolitisch bahnbrechende Entscheidung sie mit der Ausweisung des Nationalparks in Osttirol getroffen haben.

Wirtschaft und Industrie waren damals im Wachsen begriffen und trotzdem beschloss man, 61.000 Hektar Fläche unter Schutz zu stellen und unangetastet zu lassen. 20 Jahre später hat dieses Schutzgebiet an Wert gewonnen – denn je weiter die Erschließungen im Alpenraum vorangetrieben werden, umso wertvoller wird das geschützte Gebiet des Nationalparks“, betonte Naturschutzreferent LHStv Hannes Gschwentner bei der gestrigen Feierstunde anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums, bei der sich rund 150 Nationalparkpioniere, darunter Bürgermeister, Landtagsabgeordnete, Behördenvertreter, Bauern und viele andere mehr an die Geburtsstunde des Nationalparks Hohe Tauern (NPHT) erinnerten.

Jahrzehntelanges Diskutieren, mitunter auch heftiges Streiten, gefolgt von zähen Verhandlungen mündeten in einem erfreulichen Ergebnis: Der Tiroler Landtag einigte sich am 9. Oktober 1991 auf das Nationalparkgesetz woraufhin die Nationalparkverwaltung eingerichtet wurde. Drei Jahre später beschloss der Landtag zudem die Art. 15a-B-VG-Vereinbarung zwischen Bund und den Ländern Kärnten, Salzburg und Tirol über die Zusammenarbeit in Angelegenheiten des Schutzes und der Förderung des Nationalparks Hohe Tauern. Damit waren die weichen für Europas größtes Naturjuwel gestellt.

 

Zusammenspiel Naturschutz und Tourismus

Die gepflegte Kulturlandschaft des NPHT erfreut heute Einheimische wie Gäste: Eine Studie belegt, dass mehr als ein Viertel der Gäste in der Nationalparkregion ausschließlich aufgrund des Schutzgebiets gekommen sind, für weitere 35% war der NPHT ein wichtiges Argument bei der Wahl des Urlaubsortes. In touristischer Hinsicht hat der Nationalpark einen partnerschaftlichen Weg mit den Vermietern und Gastronomen gesucht und heute setzen 80 Partnerbetriebe auf die Marke NPHT. Darüber hinaus finanziert der Nationalpark die Erhaltung von Wanderwegen und den Bau von Themenwegen, womit eine neue touristische Infrastruktur entsteht.

 

Bildungsarbeit als Auftrag

Die Natur zu inszenieren und immer neu erlebbar zu machen ist eine weitere Kernaufgabe des NPHT. „Dabei spielen unsere Rangerinnen und Ranger eine wichtige Rolle. Vor 18 Jahren standen vier Ranger im Nationalpark für Fragen und Information zur Verfügung, mittlerweile betreuen 12 Experten in Sachen Flora, Fauna, Gletscher und Wasser rund 32.000 Menschen jährlich“, berichtet Hermann Stotter, Geschäftsführer des NPHT. Auch viele Schülerinnen und Schüler werden von den Rangern betreut, denn die Bildungsarbeit gehört zu einem weiteren Auftrag des Nationalparks. Aus diesem Grund ist auch in den Nationalparkvolksschulen und Hauptschulen der NPHT fächerübergreifend im Unterricht integriert.

 

„Die letzten beiden zwei Jahrzehnte waren geprägt von Idealismus und Engagement. Wir werden diesen gemeinsamen Weg weitergehen – neue Herausforderungen wie der Klimawandel beschäftigen uns schon jetzt“, so Tirols Naturschutzreferent Gschwentner abschließend.

 

Foto:  Den Nationalpark „unter die Leut’ bringen“: Hermann Stotter, Geschäftsführer des Nationalparks Hohe Tauern und Naturschutzreferent LHStv Hannes Gschwentner präsentieren die mobile Wanderausstellung des NPHT (Foto: Mag. iris Reichkendler)