Eberle eröffnet Nationalparkausstellung 'Smaragde und Kristalle' in Bramberg
Seit 1965 beherbergt das Museum Wilhelmgut in Bramberg eine Mineraliensammlung, die im Laufe der Zeit zu einer der bedeutendsten im ganzen Alpenraum angewachsen ist. Nach mehr als 4 Jahrzehnten war es der Wunsch des Museumsvereins, der Mineraliensammler und der Gemeinde die einzigartigen Kristallschätze in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. "Da war es für mich als für die Heimatmuseen und den Nationalpark gleichermaßen verantwortlich, eine Selbstverständlichkeit die bestmöglichen Synergien auszuloten", berichtet Landesrätin Doraja Eberle.
Die Nationalparkverwaltung hat mit großen Besuchereinrichtungen und Investitionen über verschiedene EU-Förderprogramme, ob die Nationalparkwelten in Mittersill oder das Nationalparkhaus 'Könige der Lüfte' in Rauris, nicht nur die besten Möglichkeiten, sondern auch die nötige Erfahrung in der Abwicklung. Museumsverein und Mineraliensammler haben einen wahrlichen Schatz an unbezahlbaren Kristallen einzubringen und die Gemeinde Grund und Boden. Bald waren sich die Verantwortlichen Kustodin Waltraud Voithofer, Mineralienobmann Erwin Burgsteiner, Bgm Walter Freiberger und NP-Dir Wolfgang Urban einig, dass man sowohl bei der Errichtung als auch beim künftigen Betrieb kooperieren möchte.
Im Nationalpark Hohe Tauern ist es zum Prinzip geworden, Wissensvermittlung mit Erlebnis zu kombinieren und so naturwissenschaftliche Inhalte für alle Besucherschichten von Kindern und Jugendlichen bis zu einschlägig vorgebildeten Experten spannend aufzubereiten, erklärt Urban den vor einigen Jahren eingeschlagenen Weg, die Menschen in die Nationalparkidee einzubeziehen. Die Nationalparkwelten in Mittersill oder das Nationalparkhaus Könige der Lüfte in Rauris sind herausragende Beispiele, die alpenweit neue Standards gesetzt haben.
Ob mit dem einzigen bedeutsamen Smaragdvorkommen Europas im Habachtal, mit der jährlichen Ausrichtung der mittlerweile international bedeutenden Mineralientage, dem Smaragdweg ins Habachtal oder dem Wirken berühmter Mineraliensammler – Bramberg ist seit vielen Jahrzehnte mit den Kristallschätzen der Hohen Tauern eng verbunden. Alles zusammen, die hier ganz besonders konzentrierte Tradition der Mineraliensammler, ihr Engagement und emotionale "Leidenschaft", die wirklich einzigartigen Exponate, der Bildungsauftrag des Nationalparks und die Bedeutung der Mineralien als Charakteristikum der Hohen Tauern sind erstklassige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung, war auch Eberle von der Initiative der vier Partner überzeugt und gab vor gut einem Jahr ihre Zustimmung und den Startschuss.
Die Nationalparkverwaltung hat insgesamt € 1,2 Millionen in die bauliche und inhaltliche Neugestaltung investiert. Und das alles ausschließlich für Inszenierung, Innenarchitektur und Museumspädagogik. Schon im Außenbereich wird das Thema erkennbar, geradlinige Strukturen wie sie uns in den Kristallgittern der 200 verschiedenen Mineralien der Hohen Tauern begegnen führen die BesucherInnen in ein modernes Foyer. Von hier geht es ins traditionelle 'Heimatmuseum' mit dem neuen Titel 'Mensch und Kultur' oder durch einen schluchtartigen Abgang in die dunkle, fast mystisch inszenierte Kristallkluft, welche die Kristallschätze der Hohen Tauern beherbergt. Denn die eigentlichen Schätze, die 300 ausgewählten und einzigartigen Kristalle sind von unschätzbarem Wert, ob Epidotte, Skelettquarze, Sphene oder die berühmten Smaragde aus dem Habachtal.
Aber nicht nur die Kristalle sind einzigartig, dieser Einzigartigkeit gerecht zu werden, verlangte nach besonderer Inszenierung, erklärt Urban. So ist auch jede der 32 Vitrinen ein Unikat und gleich wie die Lichtquellen abgestimmt auf jedes einzelne Ausstellungsstück. Allein 8,5 km Kabel mussten für die Lichtinszenierung verlegt werden. Wissen über Kristalle, über die Tauernkristallisation, die alpinen Zerrklüfte, aber auch über die jahrtausende Beziehung des Menschen zu den Kristallen von den Venedigern bis zu den heutigen Mineraliensammlern wird spannend und multimedial vermittelt. Wissen – Emotion – Mystik, das sind die Ebenen, auf denen die BesucherInnen angesprochen werden sollen.
"Eine Kristallwelt der Extraklasse", ist Eberle überzeugt, "schließlich muss man sich bewusst werden, dass hier nicht industriell nachgebildete Glaskristallen gezeigt werden, sondern Wunderwerke der Schöpfung aus dem Inneren unserer Berge." Nach nur 10 Monaten Bauzeit und keinen Euro Budgetüberziehung freut sich Eberle auf die Eröffnung am 29. Mai, zu der Sepp Forcher für die Festansprache gewonnen werden konnte.
Baubeginn: 30. Juli 2009
Eröffnung: Mai 2010
Bau/Architektur: Rudi's Planungsbüro, Neukirchen a.Gv.
Ausstellung: Revital ZT, Lienz
Baumanagement: Land Salzburg, Landesbaudirektion
Bauherr: Nationalparkverwaltung Hohe Tauern Salzburg, Mittersill
NP-Dir. Wolfgang Urban
Projektpartner: Gemeinde Bramberg, Bgm. Walter Freiberger
Museumsverein Wilhelmgut,
Obfrau und Kustodin Waltraud Voithofer
Mineralienverein, Obm. Erwin Burgsteiner
Finanzierung: Salzburger Nationalparkfonds
Land Salzburg, Volkskultur
BM f. Land-u. Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Europäische Union, Programm zur Entwicklung des Ländlichen Raumes,
Maßnahmen für Nationalparks
Eigentümer: Salzburger Nationalparkfonds mit Baurecht bei Gemeinde und
Kooperationsvertrag Leihgaben mit Museumsverein
Betrieb: Nationalparkverwaltung und Museumsverein



