Nationalpark Hohe Tauern - News-Artikel 2013



Erfolgreiche Vorpremiere der Dokumentation „Die Wiege des Alpinismus – Vom Ankogel auf die Berge der Welt“ im ORF Theater Klagenfurt

Präsentation der Dokumentation "Die Wiege des Alpinismus - Vom Ankogel auf die Berge der Welt"

Die Vorpräsentation der Dokumentation „Die Wiege des Alpinismus – vom Ankogel auf die Berge der Welt“ fand gestern, Donnerstag, im ORF Theater Klagenfurt statt. Neben vielen Besuchern ließen sich auch Nationalparkreferent LHStv. Ing. Kurt Scheuch, LHStv. Dr. Peter Kaiser und LR Dr. Wolfgang Waldner die neue Dokumentation nicht entgehen.

„Neben den wichtigsten Stationen in der Geschichte des Alpinismus entführt der Film auch zu den schönsten Plätzen im Nationalpark Hohe Tauern, daher war mir die Umsetzung des Filmes natürlich ein großes Anliegen. Ich gratuliere Gernot Stadler zu seinem gelungenen Projekt und kann alles Nationalpark- und Naturfans nur empfehlen, sich die Erstausstrahlung am Sonntag, 25.11.2012 um 20:15 auf 3sat nicht entgehen zu lassen“, so Scheuch.

Es ist für viele der eigentliche Ursprung des Alpinismus: die Erstbesteigung des Ankogel im Grenzgebiet zwischen Kärnten und Salzburg im Jahr 1762. Zum ersten Mal wurde ein vergletscherter Alpengipfel mit über 3000 Metern Höhe bezwungen, vier Jahre vor dem Mont Blanc und anderen berühmten Bergen der Alpen. Die Pioniertat eines wagemutigen Bauern mit dem eigentümlichen Namen Patschg hat bald zahlreiche Nachahmer gefunden, in den kommenden 100 Jahren folgten unzählige Gipfel, so zum Beispiel der Großglockner oder das Matterhorn durch den englischen Bergsteiger Edward Whymper, dem später auch die Erstbesteigung des Chimborazo gelingen sollte. „Alpinismus“ wurde bald zum Begriff für Extrembergsteigen, nicht nur in den Alpen, sondern auf der ganzen Welt.

Mit der Erstbesteigung des Ankogel in den östlichen Hohen Tauern hatte ein neues Zeitalter begonnen und nach und nach gerieten die mächtigen Gipfel der Ost- und Zentralalpen in das Visier der Pioniere des Alpinismus. Die Dokumentation „Die Wiege des Alpinismus – Vom Ankogel auf die Berge der Welt“ zeichnet die Entwicklung des Phänomens Alpinismus nach und hinterfragt die Motive der frühen Pioniere, die sich mit ihren bergsteigerischen Leistungen selbst ein Denkmal gesetzt haben. Denn zunächst ging es nicht um sportliche Höchstleistungen und Rekorde, sondern um die Vermessung der Berge und die Gewinnung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, wie die Historikerin Marianne Klemun sagt. Der Bogen spannt sich von  der Erstbesteigung des Ankogel über den Großglockner oder das Matterhorn, bis hin zu einer der nach wie vor größten alpinistischen Herausforderungen, dem Mount Everest.

Erlebnisberichte von Bergsteigern begründeten bald eine eigene literarische Gattung der im 19. Jahrhundert überaus erfolgreichen und beliebten Reiseberichte zahlreicher Forschungsreisender. Das Kino machte die Pionierleistungen der Bergsteiger schließlich für ein Millionenpublikum nacherlebbar, der Bergfilm zählte über gut drei Jahrzehnte zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filmgenres. Ausschnitte aus dem Film „Der Berg ruft“ aus dem Jahr 1938 von Luis Trenker zeigen nicht nur die Erstbesteigung des Matterhorn durch Edward Whymper, sondern auch, wie vor allem im Dritten Reich der Bergfilm zu Propagandazwecken missbraucht wurde. 

Hautnah am Geschehen und authentisch sind jene Dokumentarfilme, die der österreichischen Regisseur Gerald Salmina seit vielen Jahren über alpinistische Höchstleistungen dreht. Seine Kinodokumentation „Mount St. Elias“ zählt zu den erfolgreichsten Bergfilmen der letzten Jahre. Im Film von Gernot Stadler erzählt Salmina, von den extremen Risiken, die mit der Herstellung von Bergdokumentationen verbunden sind und warum er sie immer wieder auf sich nimmt.

Neben den wichtigsten Stationen in der Geschichte des Alpinismus entführt der Film auch zu den schönsten Plätzen im Nationalpark Hohe Tauern rund um den Ankogel, dorthin, wo alles begann. Waren es die Pioniere des Alpenvereins, denen die Erschließung der heimischen Bergwelt zu verdanken ist, so sind es auch heute noch viele freiwillige Helfer des Österreichischen und des Deutschen Alpenvereins, die das weitverzweigte Wegenetz in den Alpen in Stand halten und neue, sichere Wege anlegen. Weit über 200 Kilometer Wanderwege, zum Teil im hochalpinen Raum müssen jedes Jahr allein im Raum Mallnitz auf ihren Zustand hin kontrolliert und bei Bedarf neu angelegt werden. Denn viele hochalpine Steige sind wegen der zunehmenden Permafrostaufbrüche nicht mehr sicher. Schauplätze der Dokumentation „Die Wiege des Alpinismus – Vom Ankogel auf die Berge der Welt“ sind u.a. das Tauernerntal, das Seebachtal, die Hochalmspitze oder das Arthur-von-Schmid-Haus am Dösener See. Eines wird jedenfalls deutlich: die Berge der Hohen Tauern haben nichts an ihrer Faszination eingebüßt und locken Jahr für Jahr tausende Menschen auf ihre einsamen Gipfel.

Erstausstrahlung: 3sat, Sonntag, den 25.11.2012, 20:15 Uhr

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