Land aus Bauernhand...

Land aus Bauernhand...

Seit 5.000 Jahren lebt der Mensch dauerhaft in den Talschaften der Hohen Tauern. Die Suche nach Erzen führte ihn einst hierher. Im Laufe vieler Jahrhunderte entstanden hoch oben über der Waldgrenze weite Almlandschaften - beweidet von Haustieren und sorgsam gepflegt von fleißigen Bauernhänden. Eine Besonderheit des Nationalparks Hohe Tauern ist, dass nicht nur reine Naturlandschaften sondern auch von Bauern geschaffene Kulturlandschaften im Schutzgebiet liegen. Eine außerordentliche Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen aber auch eine Fülle profaner und sakraler Kleinode bäuerlichen Daseins sind das Ergebnis dieser lang andauernden Symbiose zwischen wilder Natur und Kulturlandschaft.

Die Außenzone des Nationalparks ist ein Eldorado für genüssliche Wanderungen inmitten einer Landschaft, welcher der Mensch trotz mühevollster Arbeit stets freundschaftlich gesinnt war und die er immer zum Überleben gebraucht hat. Bergmähder in voller Blütenpracht, kräftige und gesunde Haustiere, schmackhafte Almprodukte, Almhütten und Kapellen, glasklare Luft und völlige Abgeschiedenheit vermitteln ein archaisches Bild einer Landschaft, in der es sich lohnt ein wenig zu verweilen.
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Die ältesten Almen Osttirols: Jagdhausalmen im Defereggental c)NPHT/Kurzthaler

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Ungezähmte Wildnis ...

Ungezähmte Wildnis ...

Wilde Urlandschaft und bergbäuerliche Kulturlandschaft. Das sind die beiden Gesichter des Nationalparks Hohe Tauern. Das Schutzgebiet erstreckt sich über weite, alpine Urlandschaften wie Gletscher, Felswände und Rasen sowie über die Jahrhunderte lang sorgsam und mühevoll gepflegten Almlandschaften.

Nach der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren präsentierten sich die Hohen Tauern als öde Wüste aus Fels und Geröll. Nur zaghaft besiedelten Tiere und Pflanzen diesen neuen Lebensraum - vor allem Arten aus den zentralasiatischen Kältesteppen, aus dem arktischen Bereich und aus der sibirischen Tundra. Sie lebten zuerst in den Tallagen und folgten dann, als die Temperaturen wieder anstiegen, den rückweichenden Gletschern hinauf in die Bergregion, wo sie heute in der Kernzone des Nationalparks bewundernswerte Lebensgemeinschaften an der Existenzgrenze allen Lebens bilden. In die Täler kehrte der Wald zurück. Die Fichte aus dem Balkan, Lärche und Zirbe aus der asiatischen Taiga. So entstanden langsam die für die Alpen so typischen Vegetationsstufen. Eine Wanderung vom Tal hinauf in die Berge entspricht einer 4.000 Kilometer langen Reise in die Arktis.
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Edelweiss Zupanc

Edelweiß c) NPHT/Zupanc

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Lebenskraft...

Lebenskraft...

Ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten und an die 10.000 Tierarten leben im Nationalpark Hohe Tauern. Acht Monate im Jahr herrscht tiefster Winter, Frühling und Herbst fallen nahezu aus. Hochgebirgslebewesen müssen Spezialisten in der Stressbewältigung sein. Viele von ihnen haben ganz spezielle Anpassungen im Körperbau, in der Physiologie und im Verhalten. Daher können sie nur hier überleben. Ein Ausweichen in andere Lebensräume ist nicht möglich. In den Sommermonaten aber strahlen die Hohen Tauern unglaubliche Lebenskraft aus. Unzählige Blumen treiben kräftig gefärbte Blüten aus und locken mit intensiven Duftstoffen Insekten zur Bestäubung. Auf den Bergwiesen breiten sich schillernde Blütenmeere aus. Schneehühner versammeln sich auf Balzplätzen, Murmeltiere sonnen sich auf Steinplatten, Kolkraben führen regelrechte Kunstflüge durch. Die Flora und Fauna präsentiert sich in all ihrer Pracht und Vitalität.
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Steinwild in den Hohen Tauern c) NPHT/Gressmann

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Gletscher sind Zeugen ...

Gletscher sind Zeugen ...

Sie entstehen dort, wo die sommerlichen Temperaturen nicht ausreichen, um den im Winter gefallenen Schnee wieder abzuschmelzen. So lagern sich Jahr für Jahr Schneeschichten übereinander, welche sich nach der Umwandlung in Firn durch zunehmenden Druck zu Eis verfestigen. Somit ist Gletschereis kein starrer Körper und fließt als zähe Masse der Schwerkraft folgend zu Tal. Durch das Überfließen von Geländekuppen entstehen Zerrkräfte, welche sich durch das Aufreißen von Spalten entladen.

Obwohl sich die Gletscher der Alpen seit Jahrzehnten im Rückzug befinden, beherbergen die Hohen Tauern noch heute eindrucksvolle Schätze des Eisgebirges:
Wie zum Beispiel den Pasterzengletscher, mit 9 km Länge und fast 19 km2 Fläche, der größte Einzelgletscher Österreichs. Oder das Massiv des Großvenedigers, welches mit dem Eis der größten zusammenhängenden Gletscherfläche der Ostalpen gepanzert ist. Dort wo sich die Gletscher zurückgezogen haben, entsteht eine sich rasch verändernde Landschaft: Zuerst prägen noch vom Gletschereis aufgetürmte Schuttmoränen das Landschaftsbild, aber schon bald beginnen die Pioniere der Pflanzenwelt mit der Wiederbesiedelung.

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Gletschersee c)NPHT/Rieder

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